Douglas Crawford

Douglas Crawford

Juni 27, 2018

Was ist ein VPN?

Ein virtuelles privates Netzwerk (VPN) ermöglicht es dir, dich über einen Server, der von einem VPN-Anbieter betrieben wird, mit dem Internet zu verbinden. Alle Daten, die sich zwischen deinem Computer, Telefon oder Tablet und diesem “VPN-Server” bewegen, sind sicher verschlüsselt. Als Ergebnis dieses Arrangements vpns_for_beginners

  • sorgen VPNs für Datenschutz, indem sie deine Internetaktivität vor deinem Internetanbieter (und der Regierung) verbergen.
  • ermöglichen VPNs dir das Umgehen von Zensurmaßnahmen (der Schule, des Arbeitgebers, deines Internetanbieters oder der Regierung).
  • erlauben es VPNs dir, durch “Geospoofing” einen anderen Standort vorzutäuschen, damit du auf Dienste zugreifen kannst, die dir auf Grundlage deiner geographischen Lage (oder wenn du im Urlaub bist) ungerechterweise vorenthalten werden.
  • schützen VPNs dich vor Hackern, wenn du einen öffentlichen WLAN-Hotspot nutzt.
  • ermöglichen VPNs dir sichere P2P-Downloads.

Um VPN zu verwenden, musst du dich zunächst bei einem VPN-Dienst anmelden, was normalerweise zwischen 5 und 10 US-Dollar pro Monat kostet (mit Nachlässen, wenn man 6 Monate Nutzung im Voraus erwirbt). Ein Vertrag mit einem VPN-Dienst ist erforderlich, um VPN zu nutzen.

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Bitte beachte, dass die Nutzung eines VPN-Dienstes nichts an der Notwendigkeit eines Internetanbieters ändert, denn es ist dein Anbieter, der deine Internetverbindung überhaupt erst bereitstellt.

Eine Anmerkung bezüglich kommerziellem und Firmen-VPN

Die VPN-Technologie wurde ursprünglich entwickelt, um Telearbeitern eine sichere Verbindung mit Firmennetzwerken zu ermöglichen, damit sie auch dann auf Firmenressourcen zugreifen können, wenn sie sich außerhalb des Büros befinden. Obgleich VPN noch immer auf diese Weise verwendet wird, bezieht sich der Begriff meist auf kommerzielle VPN-Dienste, die es Kunden erlauben, über ihre Server auf das Internet zuzugreifen.

Dieser Artikel (und die BestVPN-Website) beschäftigt sich ausschließlich mit diesen kommerziellen VPN-Diensten, und die Verwendung des Begriffs VPN hier sollte nicht zu einer Verwechslung mit privaten Firmennetzwerken führen, die ein ganz anderes Paar Schuhe sind (trotz Ähnlichkeiten und Überscheidungen bei der zugrundeliegenden Technologie).

 

Wie funktioniert es?

vpns_for_beginnersWenn du dich mit dem Internet verbindest, dann stellst du normalerweise zunächst eine Verbindung mit deinem Internetanbieter her, der dich dann mit allen Websites (oder anderen Internet-Inhalten), die du besuchen möchtest, verbindet. Dein gesamter Internetverkehr läuft über die Server deines Anbieters und kann von deinem Anbieter eingesehen werden.

Wenn du VPN verwendest, dann verbindest du dich über eine verschlüsselte Verbindung (manchmal als “VPN-Tunnel” bezeichnet) mit einem Server, der von deinem VPN-Anbieter betrieben wird (einem “VPN-Server”). Das bedeutet, dass alle Daten, die sich zwischen deinem Computer und dem VPN-Server bewegen, verschlüsselt sind, so dass außer dir nur der VPN-Server sie “sehen” kann.

Dieses Arrangement hat eine Reihe wichtiger Konsequenzen:

1. Dein Internetanbieter erfährt nicht, was du im Internet tust

  • Er kann deine Daten nicht sehen, weil sie verschlüsselt sind.
  • Er weiß nicht, welche Websites (usw.) du besuchst, weil alle Internetaktivitäten über den VPN-Server weitergeleitet werden.

Dein Internetanbieter kann nur sehen, dass du mit dem VPN-Server verbunden bist.

2. Es erweckt den Anschein, du würdest von der IP-Adresse des VPN-Servers aus auf das Internet zugreifen

  • Wenn sich der VPN-Server in einem anderen Land befindet als du, dann bist du, soweit es das Internet betrifft, ebenfalls in jenem Land (die meisten VPN-Dienste betreiben Server in vielen verschiedenen Ländern).
  • Jeder, der deine Internetaktivitäten über das Internet überwacht, kann sie nur bis zum VPN-Server zurückverfolgen. Sofern also der VPN-Anbieter deine Daten nicht offenlegt (mehr dazu später), bleibt deine wahre IP-Adresse verborgen. Das bedeutet, dass Webseiten usw. deine tatsächliche IP-Adresse nicht sehen können (nur die des Servers).

3. Es ist sicher, öffentliche WLAN-Hotspots zu nutzen

Denn die Internetverbindung zwischen deinem Gerät und dem VPN-Server ist verschlüsselt. Selbst wenn es einem Hacker irgendwie gelingt, deine Daten abzufangen – beispielsweise, indem er dich durch Täuschung dazu bringt, dich mit einem “Doppelganger”-Hotspot zu verbinden oder durch Paketanalyse deiner WLAN-Daten -, sind diese Daten durch die Verschlüsselung geschützt.

4. Dein VPN-Anbieter kann erfahren, was du im Internet tust

  • Du verlagerst dein Vertrauen somit weg von deinem Internetanbieter (der kein Interesse oder kein Engagement für den Schutz deiner Privatsphäre) und hin zu deinem VPN-Anbieter, der üblicherweise verspricht, deine Privatsphäre zu schützen.
  • Stärker auf Datenschutz bedachte VPN-Dienste schwächen dieses Problem ab, indem sie diverse technische Maßnahmen ergreifen, um so wenig wie möglich über dich zu wissen. Mehr dazu später.

5. Deine Internetverbindung wird langsamer, weil …

  • … das Ver- und Entschlüsseln von Daten Rechenleistung erfordert. Das bedeutet auch, dass technisch betrachtet dein Internetzugang umso langsamer wird, je stärker die verwendete Verschlüsselung ist. Doch in Anbetracht der Leistung moderner Computer ist dieses Problem relativ geringfügig im Vergleich mit …
  • … den zusätzlichen Entfernungen, die deine Daten zurücklegen. Die Nutzung von VPN verlängert stets die Strecke, über die sich deine Daten bewegen müssen (d. h. zum VPN-Server), und dank der physikalischen Gesetze dauert die Reise deiner Daten umso länger, je weiter sie ist.

Wenn du dich mit einem geographisch nahen VPN-Server verbindest, um auf eine gleichfalls nahegelegene Website zuzugreifen, musst du im Vergleich mit der Internetgeschwindigkeit, die du ohne VPN-Verwendung hättest, mit einer Verlangsamung von etwa 10 Prozent rechnen. Wenn du dich mit einem Server auf der anderen Seite der Erde verbindest, solltest du eine erheblich größere Verlangsamung erwarten.

Es ist auch eine Tatsache, dass manche VPN-Anbieter in Sachen Geschwindigkeit bessere Leistungen erbringen als andere. Aus diesem Grunde beinhaltet jede Bewertung, die wir veröffentlichen, detaillierte Geschwindigkeitstests Die Ursache dafür liegt in Faktoren wie der Server-Rechenleistung, der verfügbaren Bandbreite und der Auslastung (wie viele andere Personen den Server zur gleichen Zeit wie du verwenden).

Unter ansonsten gleichen Voraussetzungen solltest du dich mit dem VPN-Server verbinden, der der Zielwebsite oder dem gewünschten Dienst am nächsten gelegen ist, und der sich dann so dicht wie möglich an deinem eigenen Standort befindet, damit du bei der VPN-Nutzung die beste Leistung erlangst.

Wenn ich beispielsweise vom Vereinigten Königreich aus auf Netflix in den USA zugreifen wollte, würde ich mich mit einem Server in den USA verbinden, der jedoch so nah wie möglich am Vereinigten Königreich liegt (ein Standort irgendwo an der nördlichen Ostküste, etwa in New York, wäre ideal).

Ist es legal?

Ja. In den meisten Ländern haben die Bürger ein gesetzliches Anrecht auf Privatsphäre, und soweit ich weiß, ist es so ziemlich nirgendwo illegal, einen VPN-Dienst einfach nur zu nutzen.

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Repressivere Staaten wie China und der Iran, die den uneingeschränkten und weitgehend nicht rückverfolgbaren Internetzugang, den VPN ermöglicht, verständlicherweise nicht gerne sehen, verbieten VPN-Diensten den Betrieb in ihrem Land und versuchen, den Zugriff der Nutzer auf ausländische VPN-Dienste zu blockieren.

Aber selbst in China, das das höchstentwickelte Internet-Zensursystem der Welt hat, sind solche Sperren nur teilweise erfolgreich (und wir haben noch von niemandem gehört, der Ärger bekam, nur weil er VPN verwendet hat).

In Europa hat sich eine Reihe von Staaten die Terrorismusgefahr zunutze gemacht, um weitreichende Überwachungsgesetze zu erlassen, und in vielen Ländern (etwa in Frankreich und dem Vereinigten Königreich) müssen VPN-Anbieter Protokolle der Nutzeraktivitäten führen. VPN-Nutzer, die Privatsphäre suchen, sollten daher alle in solchen Ländern basierte Dienste meiden und Server verwenden, die sich in Staaten befinden, wo Protokolle nicht erforderlich sind.

Wo beginne ich?

Es gibt mittlerweile eine große Zahl von VPN-Diensten, die sich um deine Aufmerksamkeit bemühen, und leider sind nicht alle VPN-Anbieter gleich (ganz und gar nicht!). Als Erstes solltest du daher Bewertungen und Empfehlungen auf Seiten wie BestVPN studieren (he, dafür sind wir ja schließlich da!).

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Die Sache, die du dir wohl gleich am Anfang überlegen solltest, ist die Frage, wofür du ein VPN in erster Linie möchtest. Ist es für den Datenschutz beim Surfen im Internet? Um etwas herunterladen zu können, ohne dass dir jemand über die Schulter blickt? Um die Große Firewall von China zu umgehen? Oder einfach nur, um auf standortabhängig gesperrte Fernseh-Streamingdienste im Ausland zuzugreifen?

Obwohl so ziemlich alle VPN-Dienste die Hauptgrundlagen in gewissem Maße abdecken, gibt es keinen perfekten VPN-Dienst. Zu den Dingen, auf die du achten solltest, gehören:

  • Preis (natürlich!)
  • Geschwindigkeit – VPN bewirkt aufgrund der zusätzlich zurückgelegten Entfernungen und der Rechenanforderungen für Ver- und Entschlüsselung (wie schon weiter oben ausgeführt) immer eine gewisse Verringerung der Internetgeschwindigkeit.
  • Datenschutz – Alle VPN-Anbieter versprechen Datenschutz, aber was bedeutet das tatsächlich? Siehe hierzu weiter unten “Macht VPN mich anonym?”
  • Sicherheit – Wie gut sind die technischen Maßnahmen, mit denen verhindert wird, dass Gegner (Hacker, die NSA usw.) Zugriff auf deine Daten erzwingen können? Auch hierzu folgen unten weitere Details.
  • Anzahl der Server/Länder – Wenn du dich mit Servern verbinden musst, die überall verteilt sind, dann gilt: Je mehr, desto besser und desto wahrscheinlicher, dass ein Server sich dort befindet, wo du ihn haben möchtest.
  • Anzahl der gleichzeitigen Verbindungen – Einige Anbieter ermöglichen dir nur, ein Gerät zur Zeit mit ihrem Dienst zu verbinden, während andere dir gestatten, deinen PC, dein Laptop, dein Telefon, deine Xbox und das Tablet deines Freundes bzw. deiner Freundin auf einmal zu verbinden. Je mehr, desto schöner!
  • Kundensupport – Viele VPN-Anbieter arbeiten sich noch ein. Daher kann ein Kundensupport, der a) deine Fragen innerhalb eines vernünftigen Zeitraums tatsächlich beantwortet und b) weiß, worüber er spricht, unschätzbar wertvoll sein.
  • Kostenlose Probezeiträume und Geld-zurück-Garantien – Die vielleicht beste Methode, um festzustellen, ob ein Dienst für dich geeignet ist, besteht darin, ihn vor dem Bezahlen auszuprobieren!
  • Software – VPN-Clients sollten nicht nur gut aussehen und sich einfach bedienen lassen, sie können auch zahlreiche flippige Funktionen enthalten. Besonders nützlich sind dabei VPN-Killswitches und DNS-Leak-Schutz
  • Plattformübergreifender Support – Ein Dienst ist nutzlos, wenn er auf deinem Gerät/Betriebssystem nicht funktioniert. Der Support kann detaillierte Leitfäden zur Einrichtung auf verschiedenen Plattformen oder dedizierte Apps (wie sie für iOS- und Android-Geräte zunehmend üblich werden) umfassen.
  • Das übrige Drum und Dran – Einige Anbieter bieten “Stealth-Dienste” für das Umgehen der Großen Firewall von China, kostenloses SmartDNS oder Gratis-Cloudspeicher, schicke Sicherheitsoptionen (wie etwa VPN über Tor) und noch mehr.

VPN ist für fast alle computerartigen Geräte verfügbar, darunter Desktops, Laptops, Smartphones und Tablets.

Nahezu jeder Anbieter unterstützt die Windows-, Mac-OSX-, Android- und iOS-Plattformen vollständig, und viele unterstützen zudem Linux und Chrome OS (wenn auch nur indirekt). Unterstützung für Blackberry-OS- und Windows-Mobile-Geräte ist allerdings erheblich schwieriger zu finden.

Um dich bei einem VPN-Dienst anzumelden, besuche einfach seine Website und folge den Links. Dein Anbieter gibt dir eine Anleitung für die folgenden Schritte oder unsere vollständigen Bewertungen haben einen Abschnitt “Der Ablauf”, der für jeden Anbieter den gesamten Ablauf darlegt.

Interessanterweise bestehen anscheinend keine besonderen Zusammenhänge zwischen dem Preis, den man für VPN zahlt, und der Leistung, die man erhält. Darum empfehle ich dir erneut, unsere Bewertungen (einschließlich der Abschnitte mit den Leserkommentaren) zu lesen und sämtliche kostenlosen Probezeiträume und Geld-zurück-Garantien zu nutzen, um Hilfe bei der Entscheidung zu haben.

 

Kostenloses VPN

vpns_for_beginnersEs gibt kostenlose VPN-Dienste, doch sie sind fast immer auf irgendeine Weise schwerwiegend eingeschränkt oder du kannst nicht darauf vertrauen, dass sie nicht einfach deine Daten verkaufen. Das Betreiben eines VPN-Dienstes ist nicht billig, also musst du dir die Frage stellen, wie sie sich wohl finanzieren. Wie das Sprichwort schon sagt: Wenn du für ein Produkt nichts bezahlen musst, dann bist du das Produkt …

Gleichwohl existieren einige seriöse kostenlose VPN-Dienste, allen voran das Gratis-Angebot von CyberGhost, das zwar eingeschränkt, aber dennoch für viele Gelegenheitsnutzer ausreichend ist und durch die Premium-Angebote transparent finanziert wird. VPN Gate ist eine weitere Option und wird von Freiwilligen betrieben.

Du solltest jedoch bedenken, dass dir kein kostenloses VPN auch nur annähernd die Leistungs- oder Datenschutzvorzüge eines guten kommerziellen Dienstes bieten kann.

Angesichts der Tatsache, dass VPN pro Monat typischerweise etwa den Preis eines Biers kostet, empfehle ich nachdrücklich, etwas in einen Dienst mit allen Funktionen zu investieren.

Macht VPN mich anonym?

vpns_for_beginnersNein. VPN macht dich nicht anonym, weil der VPN-Anbieter immer* wissen kann, wer du bist, und sehen kann, was du im Internet tust. Datenschutzorientierte VPN-Dienste unternehmen jedoch große Anstrengungen, um die Privatsphäre ihrer Nutzer zu schützen. Daher sagen wir, dass ein VPN Privatsphäre (statt Anonymität) bietet.

Leere Versprechen

Als Erstes muss man zur Kenntnis nehmen, dass zwar viele Anbieter versprechen, unsere Privatsphäre zu schützen, solche Versprechungen aber keinen digitalen Pfifferling wert sind, wenn sie Protokolle führen. Was immer sie auch behaupten, die Mitarbeiter eines VPN-Anbieters werden nicht ins Gefängnis gehen (oder sich das Geschäft ruinieren), um einen Kunden zu schützen. Wenn die Daten existieren, kann jeder VPN-Anbieter dazu genötigt werden, sie herauszugeben. Punkt.

Vertrauen

Wenn du VPN nutzen willst, um deine Privatsphäre zu schützen, dann eignet sich nur ein ‘protokollloser’ Anbieter. Leider müssen wir uns ganz auf das Wort eines Anbieters verlassen, der angibt, keine Protokolle zu führen (und darum ziehen es die Edward Snowdens dieser Welt vor, Tor zu verwenden).

Die Wahl eines VPN-Anbieters wird daher zu einer Frage des Vertrauens. Woher weißt du also, ob ein Anbieter vertrauenswürdig ist? Nun … datenschutzorientierte VPN-Anbieter gründen ihr Geschäftsmodell auf dem Versprechen des Datenschutzes, und wenn bekannt wird, dass sie dieses Versprechen nicht einhalten (indem sie beispielsweise Protokolle führen, obgleich sie versprochen haben, dies nicht zu tun und sie dann den Behörden aushändigen), würde ihr Geschäft wertlos werden (und sie könnten gegenüber der kompromittierten Person rechtlich haftbar sein).

Echtzeit-Verfolgung

Man muss wissen, dass selbst ein Anbieter, der keine Protokolle führt, die Internetaktivitäten seiner Nutzer in Echtzeit überwachen kann und dies auch tut (das ist für Fehlerbehebungen usw. unerlässlich – ganz besonders dann, wenn keine Protokolle geführt werden).

Die meisten protokolllosen Anbieter versprechen auch, Nutzeraktivitäten nicht in Echtzeit zu überwachen (außer, wenn dies zu technischen Zwecken notwendig ist), aber die meisten Länder können gerichtlich verlangen, dass ein Anbieter beginnt, Protokolle für eine Person zu führen (und eine Schweigeverpflichtung erlassen, damit das Unternehmen seinen Kunden nicht davon in Kenntnis setzt).

Das ist allerdings eine Forderung oder Anfrage mit einem spezifischen Ziel (die meisten Anbieter kooperieren beispielsweise sehr gerne, wenn es darum geht, Pädophile dingfest zu machen); darum müssen sich nur bestimmte Personen, die bereits von den Behörden identifiziert wurden, darüber Sorgen machen.

Geteilte IPs

Zusätzlich zum Verzicht auf Protokolle verwendet jedes Unternehmen, dem es am Herzen liegt die Privatsphäre seiner Nutzer zu schützen, überdies geteilte IPs. Das bedeutet, dass vielen Nutzer dieselbe IP-Adresse zugewiesen wird, was es sehr schwierig macht, ein identifiziertes Internetverhalten einer bestimmten Person zuzuordnen, selbst wenn ein Anbieter das möchte (oder dazu verpflichtet ist). Dies trägt viel zu der weiter oben dargestellten Datenschutzfrage bei.

Was bedeutet ‘protokolllos’ tatsächlich? Nutzungsprotokolle und Verbindungsprotokolle

Wenn viele Anbieter behaupten, keine Protokolle zu führen, dann meinen sie damit eigentlich, dass sie keine (wie wir sie nennen) ‘Nutzungsprotokolle’ anlegen. Sie führen jedoch ‘Verbindungsprotokolle’.

  • Nutzungsprotokolle – Details dazu, was du im Internet tust, wie etwa die Websites, die du besuchst usw. Dies sind die wichtigsten (und potentiell schädlichsten) Protokolle.
  • Verbindungsprotokolle – Viele ‘protokolllose’ Anbieter erfassen Metadaten über die Verbindungen der Nutzer, führen aber keine Nutzungsprotokolle. Was genau protokolliert wird, unterscheidet sich je nach Anbieter. Enthalten sind üblicherweise aber Angaben wie der Zeitpunkt der Verbindungsherstellung, die Dauer der Verbindung, die Häufigkeit usw. Anbieter rechtfertigen dies meist als notwendig für den Umgang mit technischen Problemen und Fällen von Missbrauch. Generell bereitet uns das Führen von Protokollen auf dieser Ebene keine größeren Sorgen, aber die wirklich Paranoiden sollten wissen, dass solche Protokolle zumindest theoretisch verwendet werden können, um eine Person mit bekanntem Internetverhalten durch einen ‘End-to-End-Timing-Angriff’ zu identifizieren.

Einige Anbieter behaupten, absolut keine Protokolle zu führen (“protokolllose Anbieter”), und diese gelten allgemein als die besten für den Schutz der Privatsphäre. Man sollte beachten, dass einige Kritiker meinen, es sei unmöglich, einen VPN-Dienst ohne jegliche Protokolle zu betreiben und dass jene, die das von sich behaupten, unaufrichtig seien.

Doch wie oben erwähnt, hängt bei einem VPN-Anbieter alles vom Vertrauen ab. Und wenn ein Anbieter behauptet, überhaupt keine Protokolle zu führen, dann müssen wir auf seine Fähigkeit vertrauen, den Dienst auf diese Weise zu betreiben …

Verpflichtende Vorratsdatenspeicherung

Bei der Wahl eines datenschutzfreundlichen VPN-Anbieters sollte man darauf achten, wo er ansässig ist (d. h. unter den Gesetzen welches Landes er betrieben wird). Viele Länder (darunter zahlreiche europäische Länder) verpflichten Kommunikationsunternehmen dazu, Protokolle für einen bestimmten Zeitraum vorzuhalten; ob diese Gesetze VPN-Anbieter betreffen, ist allerdings unterschiedlich (in Europa sind die Niederlande, Luxemburg, Rumänien und Schweden beliebte Standorte für VPN-Dienste, weil VPN-Anbieter in diesen Ländern nicht zum Führen von Protokollen verpflichtet sind).

Wenn ein VPN-Anbieter in einem Land ansässig ist, das ihn wirklich zum Führen von Protokollen verpflichtet, dann tut er das auch, ganz gleich, welchen Eindruck er zu erwecken versucht.

Anonym für VPN bezahlen

Die stärker datenschutzorientierten VPN-Firmen ermöglichen es, anonym für ihre Dienste zu bezahlen. Die geläufigste Methode ist die Verwendung von Bitcoins**, doch Unternehmen wie etwa Private Internet Access akzeptieren auch anonym erworbene Guthabenkarten, und Mullvad nimmt sogar per Post geschicktes Bargeld an!

Dies sorgt für eine zusätzliche Ebene des Datenschutzes, da das VPN-Unternehmen deinen echten Namen, deine Adresse oder deine Bankdaten nicht erfährt. Es kennt jedoch nach wie vor deine wirkliche IP-Adresse*

Zusätzlich zu den unmittelbaren Datenschutz-Vorteilen des anonymen Bezahlens ist das Annehmen anonymer Zahlungen oftmals ein guter Anhaltspunkt dafür, dass ein VPN den Datenschutz ernst nimmt (das ist kaum eine Garantie, doch anonyme Zahlungen nicht zu akzeptieren, ist definitiv ein schwacher Auftritt!).

** Das Bezahlen mit Bitcoin an sich ist nicht anonym, doch wenn die richtigen Schritte unternommen werden, kann ein hoher Grad der Anonymität erreicht werden. Siehe für weitere Einzelheiten bitte meinen Leitfaden zum Erwerb von Bitcoins, um anonym für VPN zu zahlen.

Eine Ausnahme von der Regel*

Eine Ausnahme von der Regel, dass VPN-Anbieter immer wissen, wer du bist, ist die Verwendung von VPN über Tor. Das bedeutet, dass du dich über das Tor-Anonymitätsnetzwerk mit dem VPN-Dienst verbindest, so dass dein VPN-Anbieter deine wahre IP-Adresse nicht sehen kann.

Wenn du dich zudem auch unter Nutzung von Tor anmeldest und eine anonyme Zahlungsmethode verwendest, kannst du mit diesem Arrangement einen sehr hohen Grad echter Anonymität erlangen. Denke aber daran, dass hierbei der Geschwindigkeitsverlust von VPN und Tor kombiniert wird, wodurch Internetverbindungen sehr langsam werden.

Zu dem Zeitpunkt, da ich dies schreibe, unterstützen nur AirVPN und BolehVPN VPN über Tor (soweit mir bekannt ist). Weitere Einzelheiten findest du in meinem Artikel über die gemeinsame Verwendung von VPN und Tor.

Bin ich also “sicher”, wenn ich VPN nutze?

Einen guten protokolllosen VPN-Dienst zu nutzen, sorgt für einen hohen Grad an Privatsphäre. Er schützt dich vor flächendeckender Überwachung durch die Regierung, verhindert, dass dein Internetanbieter weiß, was du im Internet tust oder dass Urheberrechtsinhaber dich ausfindig machen, wenn du Raubkopien verbreitest und bietet sogar einigen Schutz, wenn du an kriminellen Aktivitäten auf niedriger Ebene beteiligt bist.

Er schützt dich jedoch nicht, wenn die Polizei, deine Regierung oder der Geheimdienst besonderes Interesse an dir haben und willens sind, Geld und Mittel einzusetzen, um zu untersuchen, was du im Internet tust.

Journalisten, Whistleblower und andere, die einen hohen Grad an Anonymität benötigen, sollten darum stattdessen Tor verwenden (obgleich VPN über Tor einige konkrete Vorteile bietet).

 

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Wie sicher bin ich?

Verschlüsselung

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VPN schützt deine Daten mittels Verschlüsselung. Ich habe zwei Kernartikel, die sich mit VPN-Verschlüsselung und den verschiedenen Begriffen, mit denen sie beschrieben wird, befassen. Sie sind für diesen Anfänger-Leitfaden reichlich fachspezifisch, doch wenn dich das Thema interessiert, kannst du einen Blick auf sie werfen:

Die Kurzfassung lautet aber, dass man OpenVPN (oder vielleicht IKEv2) verwenden sollte, wann immer es möglich ist. L2TP/IPsec ist in Ordnung, doch PPTP sollte unter allen Umständen gemieden werden (meiner Ansicht nach ist es verantwortungslos, wenn ein Anbieter seinen Kunden PPTP überhaupt als Option zur Verfügung stellt!).

Als Anhaltspunkt lauten die Mindest-Standardeinstellungen für das OpenVPN-Protokoll:

Handshake: RSA-2048
Hash-Authentifizierung: SHA-1
Cipher: Blowfish-128

Das ist für die meisten Nutzer mehr als ausreichend, doch wenn du die Art Mensch bist, die sich wegen der NSA sorgt, dann ist meine mindeste Empfehlung für eine “sichere” VPN-Verbindung, die jeder bekannten Art von Angriff in absehbarer Zukunft widerstehen sollte:

VPN-Protokoll: OpenVPN mit aktivierter Perfect Forward Secrecy
Handshake: RSA-2048
Hash-Authentifizierung: SHA256
Cipher: AES-256

IP-Leaks und Killswitches

Wenn dein VPN korrekt funktioniert, dann sollte es deine IP-Adresse vollständig vor jeder Website verbergen, die du besuchst. Leider ist das aus verschiedenen Gründen nicht immer der Fall. Wenn eine Website irgendwie deine wahre IP-Adresse ermitteln kann, obwohl du VPN verwendest, hast du das, was man ein IP-Leak nennt.

Besuche ipleak.net, um festzustellen, ob von einem IP-Leak betroffen bist. Wenn du mit einem VPN verbunden bist und deine wirkliche IP-Adresse (oder auch nur den Namen deines Internetanbieters) sehen kannst, dann hast du ein IP-Leak. Beachte, dass IPv6-Leaks nicht erkennt; für diese findest du einen Test auf test-ipv6.com test-ipv6.com.

Falls du ein Leak entdeckst, ziehe bitte den vollständigen Leitfaden zu IP-Leaks zu Rate, um herauszufinden, warum es passiert und wie du es in Ordnung bringen kannst.

Ein ähnliches Problem sind VPN-Ausfälle, da jede VPN-Verbindung gelegentlich versagt. Bei einem guten VPN-Anbieter sollte dies nicht sehr oft geschehen, doch selbst bei den besten kommt es manchmal vor. Wenn dein Computer nach einem Ausfall mit dem Internet verbunden bleibt, dann wird deine wirkliche IP offengelegt.

Die Lösung ist ein “VPN-Killswitch”, der entweder deine Internetverbindung überwacht und sie trennt, wenn er einen VPN-Ausfall feststellt, oder Firewall-Regeln verwendet, um jeglichen Internet-Datenverkehr daran zu hindern, deinen Computer außerhalb deiner VPN-Verbindung zu verlassen.

Viele VPN-Anbieter stellen einen Killswitch als Teil ihrer VPN-Software zur Verfügung, doch es sind Optionen von Dritten verfügbar. Alternativ kannst du, wenn du dich mutig fühlst, deinen eigenen unter Verwendung von Firewall-Regeln konfigurieren. Hier findest du weitergehende Erläuterungen zu Killswitches, einschließlich darüber, wie man OpenVPN für Android als Killswitch konfiguriert.

Kann ich mit VPN sicher Torrents herunterladen?

vpns_for_beginnersJa, wenn du einen Anbieter verwendest, der das gestattet (was nicht bei allen der Fall ist, also prüfe es nach!) Mit VPN sind deine Daten verschlüsselt, so dass dein Internetanbieter nicht sehen kann, was du online tust, und deine IP wird durch deinen VPN-Anbieter abgeschirmt.

Bei P2P-Downloads über BitTorrent (oder beim Streamen mittels Popcorn Time) kann jeder, der eine Datei herunterlädt, mühelos die IP-Adressen aller anderen sehen, die diese Datei ebenfalls herunterladen (daher die Begriffe P2P und Filesharing!) Wenn ein VPN verwendet wird, kann jemand, der diese Datei trackt, nur die IP deines VPN-Servers sehen, aber nicht deine wirkliche IP-Adresse.

VPN-Unternehmen werden wegen der Aktivitäten ihrer Nutzer ständig mit Hinweisen auf Urheberrechtsverletzungen im DMCA-Stil bombardiert. Manche ziehen es vor, mit den Rechteinhabern zu kooperieren, und das so weit, dass sie für rechtliche Schritte sogar die Namen der betreffenden Nutzer aushändigen, während andere einfach versuchen, die Rechteinhaber dadurch zufriedenzustellen, dass sie Warnungen aussprechen und Wiederholungstätern schließlich die Verbindung kappen.

Einige Anbieter ermöglichen ihren Kunden jedoch mit Vergnügen P2P-Downloads und machen ein gutes Geschäft damit, ihre Identität zu schützen (keine Protokolle zu führen ist hier immer ein guter Anfang!). Wenn dein VPN-Anbieter P2P zulässt,dann kannst du in Sicherheit herunterladen.

Doch vielleicht mehr als jeder andere sollten Downloader darauf achten, einen VPN-Killswitch zu verwenden, wann immer sie Torrents zum Herunterladen für einige Stunden unbeaufsichtigt lassen …

Wenn SmartDNS besser ist

vpns_for_beginnersViele verwenden VPN vor allem zum Umgehen standortbasierter Beschränkungen, um Fernseh-Streamingdienste zu nutzen, die für internationale Nutzer blockiert sind (oder die in gewissen Ländern den Nutzern eine bessere Auswahl bieten).

Wenn das der einzige Zweck ist, für den du VPN brauchst, und du nicht an den Datenschutz- und Sicherheitsvorzügen interessiert bist, die VPN bietet, dann bist du mit einem SmartDNS-Dienst möglicherweise besser bedient.

SmartDNS nutzt eine weitaus einfachere Technologie und verschlüsselt deine Verbindung nicht, wodurch es schneller als VPN ist (es gibt also weniger Zwischenpuffer-Probleme, aber die Entfernung bleibt problematisch). Es kann auch auf vielen Internet-Geräten konfiguriert werden, auf denen ein VPN-Client nicht funktioniert, etwa Smart TVs, Medienstreaming-Geräte und Spielekonsolen (da jedes internetfähige Gerät DNS-Einstellungen hat, die man ändern kann).

SmartDNS-Dienste sind für gewöhnlich auch billiger als VPN-Dienste. Weitere Informationen findest du auf unserer Schwesterseite SmartDNS.com.

Funktioniert VPN auf Mobilgeräten?

vpns_for_beginnersJa, aber …

VPN wird von den Plattformen iOS und Android gut unterstützt; wie auf Desktop-Computern verschlüsselt es deine Daten und verbirgt für alle Internetverbindungen deine IP-Adresse. Wenn du für P2P-Downloads über deinen Browser auf Websites zugreifst, bist du daher bei Verwendung eines VPN vollständig geschützt.

Aber … Mobilapps verfügen außer deiner IP-Adresse über viele weitere Methoden, um deine Identität festzustellen und zu wissen, was du online tust. Apps haben oftmals Zugriff auf GPS-Daten, Kontaktlisten, die Google Play-/Apple Store-ID und noch mehr. Viele Apps senden diese und viele weitere persönliche Daten direkt an ihre Mutterunternehmen (und umgehen so dein VPN).

Als ob das noch nicht schlimm genug wäre, ist die Werbung, die in vielen Apps verwendet wird, damit die Entwickler mit ihrem Produkt Einkünfte erzielen können, schon selber ein wahrer Datenschutz-Alptraum!

Um in den Genuss der vollen Vorzüge von VPN auf einem Mobilgerät zu kommen, solltest du daher auf Websites und Dienste nicht über eigene Apps, sondern über ihre Internetseite oder ihr Web-Interface zugreifen, indem du deinen Browser verwendest (vorzugsweise den datenschutzfreundlichen Open-Source-Browser Firefox).

Bitte bedenke aber immer, dass Smartphones (sogar noch mehr als reine WLAN-Tablets) schon an sich unsicher sind und es sehr wenig gibt, das du tun kannst, um sie sicher zu machen.

Was VPN nicht kann

Die Verwendung von VPN steigert deine Privatsphäre und deine Sicherheit sinnvoll, doch du musst dir darüber im Klaren sein, wobei es nicht behilflich ist:

  • vpns_for_beginnersVPN sorgt nicht für Anonymität – wie bereits dargelegt. Wenn der Geheimdienst hinter dir her ist, hilft dir VPN nicht, und wir halten jeden VPN-Anbieter, der sagt, dass VPN dich “anonym” macht (und das sind viele) für höchst verantwortungslos.
  • VPN verhindert nicht, dass du von Websites zurückverfolgt wirst – deine IP-Adresse mit VPN zu verbergen, hilft ein wenig, aber die Zurückverfolgung durch Websites und durch Marketing- und Analyseunternehmen geschieht zumeist durch Tracking-Technologien wie Cookies und Schlimmeres (darunter Browser-Fingerprinting), wogegen VPN nichts ausrichtet. Die beste Verteidigung gegen diese Art der Zurückverfolgung ist die Anwendung diverser Browser Add-ons und –Optimierungen.

Fazit des VPN-Leitfadens für Anfänger

VPN ist ein sehr vielseitiges Werkzeug und eines, das für wenig Geld pro Monat deine Internet-Erfahrung enorm verbessert, die Gefahr verringert, dass du gehackt wirst und verhindert, dass deine Regierung alles überwacht, das du online tust (dieser letzte Punkt ist der Grund, warum ich persönlich VPN äußerst gewissenhaft nutze).

Meine Hoffnung für diesen Leitfaden ist, dass du jetzt in der Lage bist, sachkundige Entscheidungen darüber zu treffen, welcher VPN-Dienst der richtige für dich ist. Falls dir irgendwelche Begriffe hier noch unklar sein sollten, haben wir ein Glossar zusammengestellt, das dir weiterhilft.